Adhärenz in der Patientenkommunikation von Unternehmen

Guten Morgen zusammen. Dass das Thema Adhärenz für die gesamte deutsche Gesundheitsversorgung ganz oben auf der Agenda steht, ist nichts Neues. Für diejenigen, die mit dem Begriff erst einmal wenig anfangen können, eine kurze Erläuterung:

Adhärenz kommt aus dem lateinischen von adhaerere = anhängen. Vereinfacht gesagt versteht man darunter die Verhaltensintensität einer Person, wie sie ihre Arzneimittel-Medikation, ihren Hilfsmittel-Gebrauch oder ihren Lebensstil an die Empfehlungen ihres Therapeuten anpasst. Adhärenz wird auch häufig mit dem Begriff Therapietreue in Verbindung gebracht.

Betroffene, die adhärent sind, haben höhere Chancen auf einen positiven Therapieausgang als Personen, die sich nicht an die Vorgaben ihres Therapeuten halten. In Bezug auf das Beispiel der Medikamenteneinnahme bedeutet dies: nehmen Patienten verordnete Tabletten regelmäßig(er) ein und haben sich mit Ihrer Erkrankung auseinandergesetzt, so steigt auch die Wahrscheinlichkeit des Therapieerfolges. Eine gute Adhärenz entspricht also dem entschlossenen Befolgen des mit dem Therapeuten vereinbarten Behandlungsplanes. 

Von einer gesteigerten Adhärenz profitiert das gesamte Gesundheitssystem – doch wie ist es mit der Sozialökonomie?

Die Adhärenz ist sowohl für den individuellen Betroffenen von Bedeutung – ebenso aber auch für das gesamte Gesundheitssystem. Nicht zuletzt, da sich hierdurch auch Kostensenkungen in der Therapie erzielen lassen. Doch so schön die Erfolgsaussichten auch klingen mögen, die Steigerung der Therapietreue von Patienten ist seit jeher ein heiß diskutiertes Thema, über das sich leichter sprechen lässt, als es in Realität aussieht. Denn Faktoren wie die Sozialökonomie beeinflussen die Adhärenz: Armut, Analphabetismus, ein niedriges Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit etc. spielen hierbei eine Rolle. Und auch die Entfernung zu medizinischen Versorgungseinrichtungen ist ein Punkt. Patienten, die einen kürzeren Weg zum Therapeuten haben oder ihn durch den Einsatz von digitalen Lösungen leichter erreichen, sind mit erhöhter Wahrscheinlichkeit therapietreuer. Liegt eine gute Beziehung zwischen Patient und betreuender Person vor, so wirkt sich dies auf die Einhaltung des Medikationsplans aus. Komplexe Medikamentenregime oder eine lange Behandlungsdauer sind auf der anderen Seite dafür verantwortlich, dass die Aussichten auf eine erfolgreiche Therapie sinken. Weitere Informationen von der WHO auch im Bericht: Adherence to Long Term Therapies

Sind digitale Medien dazu in der Lage die Therapietreue von Patienten zu steigern?

Ja, natürlich! Wer sich über seine Erkrankung informiert, ist therapietreuer. Ob via Print oder Online sei erst einmal dahingestellt. Fakt ist: Personen, die sich mit ihrer Diagnose auseinandersetzen und sich informieren, sind adhärenter.

Der Einsatz digitaler Medien macht dann Sinn, wenn sich die Bevölkerung zunehmend den technischen Kommunikationsmitteln annimmt und diese im Alltag auch nutzt. Nun, nachdem sich das Internet die vergangenen dreißig Jahre in unserer Gesellschaft etabliert hat und wir mit Smartphones und Allnet-Flatrates in Metropolen und auch in ländlichen Gebieten stets erreichbar sind, sind die digitalen Medien das ideale Werkzeug, um einen positiven Einfluss auf die Adhärenz zu haben. Auf welche Weise dies gelingt, das ist von Indikation zu Indikation unterschiedlich. Und wie oben beschrieben auch von sozioökonomischen Faktoren, die nicht unterschätzt werden dürfen. Denn auch, wenn Sie diesen Beitrag über XING oder ein anderes Netzwerk gefunden haben, sich womöglich täglich mit den Themen “Gesundheit / Hilfsmittel / Pharma / Medizin” auseinandersetzen – der absolute Großteil der Bevölkerung macht eben genau dies nicht.

Der falsche Schritt wäre nun zu der Überlegung zu kommen, sich genau aus diesen Gründen nicht weiter mit dem Thema Adhärenz auseinanderzusetzen. Texte, Videos, Podcasts, Patientenbegleitprogramme, Apps und vieles Weitere sind Therapiebestandteile, mit Hilfe derer sich die Aussichten auf einen Therapieerfolg steigern lassen. Wo hunderte Millionen Euro in die Erforschung neuer Wirkstoffe oder Hilfsmittel fließen, genau da sollte die Therapietreue mit bedacht werden. Und ja, dies wird bisher natürlich auch schon gemacht – meiner Meinung aber noch in einem deutlich zu geringen Ausmaß. Budgetkürzungen, die sich am Ende auf das Patientenwohl auswirken, sind nicht von Vorteil. Von einer gesteigerten Adhärenz profitieren wir alle – Verordner, auch die Industrie, Krankenkassen – und letztlich jeder einzelne Patient. Nur die Umsetzung und das Erreichen eines möglichst großen Teils unserer Bevölkerung, dies ist die Aufgabe, vor der alle beteiligten Akteure auch gemeinsam in Zukunft stehen. Ja, gemeinsam!

Herzliche Grüße aus Bonn, erfolgreiche Überlegungen und einen guten Start in die neue Woche,
Ihr
Denis Wolff


Schreiben Sie mir Ihre Meinung gerne via E-Mail, kontaktieren Sie mich telefonisch, schicken Sie mir eine Anfrage bei Xing oder sprechen Sie mich auf einem der kommenden Fach-Kongresse an. Ich freue mich über den Austausch sowie über spannende Projekte und Zusammenarbeiten!

Sanitätshäuser, Hilfsmittelversorgung und User Experience

Erst gestern wurde bekannt, dass Amazon im Gesundheits-Sektor nun auch in Kanada, Australien und Großbritannien expandieren möchte. Der Konzern meldete hierzu das Warenzeichen “Amazon Pharmacy” an. Wohin die Reise weiter geht und welche Auswirkungen dies auch in Zukunft auf die Hilfsmittelversorgung in Deutschland haben kann, darüber geht es in diesem Beitrag.

Amazon, schonmal gehört? – “Ja!”
Sanitätshaus Max Ollendorf in der Sindelfinger Straße um die Ecke, schonmal gehört? – “Nein!”

Kaum zu glauben, aber genau das Geschäft, an dem tausende von potentiellen Kunden tagtäglich vorbeilaufen, genau dieser Laden ist kaum bekannt. Das Brötchen in der rechten Hand, den Kaffee in der linken, den Blick geradeaus gerichtet – oder auf das Smartphone. So sieht bei dem Ein oder Anderen der Weg zur Arbeit aus. Da vergisst man schonmal nach links und rechts zu gucken. Und zack, sind Sie wieder vorbeigelaufen. An womöglich sehr guter, fachkompetenter Beratung vor Ort.

Und bei Amazon? Da läuft das etwas anders: Bekannt durch die Medien, über Jahre etabliert, kostenlose PR, beste SEA-Platzierungen über Google, Instagram und Facebook-Kampagnen, große Plakate, gebrandete LKWs auf Deutschlands Autobahnen und der womöglich beste Service gegenüber Endverbrauchern. Wer einmal Kunde ist und sich auf dem Marktplatz auskennt, weiß die Vorteile zu schätzen.

Gestern dann diese Meldung: Einer der weltweit größten Online-Händler wagt sich mit der Eintragung von “Amazon Pharmacy” in neue Länder vor. Stark anzunehmen, dass sich dies eben auch auf das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten auswirken wird. Da dauert es nicht lange und der stationäre Handel, sprich Apotheken, werden Umsatzrückgänge verzeichnen müssen – und schließen.

Zuerst Arzneimittel, dann die Hilfsmittelversorgung

Dass es für Apotheken auch bei uns in Deutschland zwei vor zwölf und nicht fünf vor zwölf geschlagen hat, bestätigt Nils Seebach (Mitglied im Aufsichtsrat von Phoenix) im Beitrag des Handelsblatt Newsletters “Inside Digital Health”. Überleben werden am Ende diejenigen, die sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen, die sich zusammenschließen, gemeinsam an einem Strang ziehen und nicht auf Konzepte setzen, die in den 90ern funktioniert haben. Das gilt für die Apotheken-Branche, aber ebenso auch für die Sanitätshaus- und Hilfsmittelbranche. Denn auch hier wird sich Amazon in nicht all zu ferner Zukunft einen bedeutenden Marktanteil versuchen anzueignen. Und mit was? Genau, Sie sagen es: mit hervorragendem Service, Einfachheit und einer guten User-Experience.

Da kann sich die Hilfsmittelbranche glücklich schätzen, dass das E-Rezept, das ab Spätsommer / Herbst in unseren Apotheken für verschreibungspflichtige Medikamente eingelöst werden kann, erst einmal nicht im Sanitätshaus funktioniert. Puh, Glück gehabt. Also ein kleiner Vorsprung für die Digitalisierung in der Sanitätshausbranche? Ich denke schon. Denn genau hier gilt es nun anzusetzen und sich zu überlegen, wie es möglich ist, dem Internetkonzern möglichst geschlossen gegenüberzutreten und ihn ggf. mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.

Nokia, Kaufhof & VW vs. Apple, Amazon & Tesla

In der Hilfsmittelbranche werden Veränderungen nötig sein müssen. Sowohl in Innenstädten und Ballungsgebieten, als auch auf dem Land. Am Ende wird der Kunde genau dahin gehen, wo er den besten Service erfährt. Da spielt es erst einmal keine Rolle, ob das Produkt am Ende im Online-Shop oder im stationären Handel vor Ort verkauft wird. Dem Kunden ist es am Ende egal, ob er das Paket bei der Postfiliale abholt oder sich auf den Weg in Ihre Filialen begibt. Aber bitte liefern Sie Service. Machen Sie es Ihren Kunden so einfach wie möglich. Gehen Sie mit der Zeit und bleiben Sie nicht stehen. Genau dies waren Fehler, die bereits der Weltkonzern Nokia gemacht hat und dafür bezahlen musste. An ein Telefon mit einer Glasscheibe hat am Anfang niemand geglaubt. Kaufhof und andere Warenhändler haben zu kämpfen, weil sie Zalando, Asos und Co. im Nacken haben. Und dass VW Mitten im Sturm steht, hat Konzernchef Herbert Diess erst vor Kurzem verlauten lassen. Tesla, der Autobauer oder vielmehr Software-Konzern, sortiert die Karten neu. Und dass das erst nicht seit heute so ist, das wissen wir alle. Nur so richtig glauben wollte es bis dato niemand.

User Experience, Wissen und Service

Machen Sie sich also einmal Gedanken zu den oben genannten Punkten. In Ruhe – am Abend oder am Wochenende. Das sind genau die Dinge, zu denen sich die Hilfsmittel-Branche austauschen sollte. Jetzt! In den Netzwerk-Treffen, zu denen die Händler zusammenkommen, wird dies immer und immer wieder diskutiert. Man kann es teils schon nicht mehr hören, das Unwort “Digitalisierung”. Aber am Ende sind es dann wie immer die Wenigsten, die Initiative zeigen und sich versuchen neu aufzustellen. Da bleibt zu hoffen, dass das Warenzeichen “Amazon Pharmacy” nicht allzu bald in Deutschland Einzug hält und dass wir die Zeit bis dahin sinnvoll nutzen, um an einem Strang zu ziehen. Denn Sie wissen ja: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

Herzliche Grüße aus Bonn, erfolgreiche Überlegungen und einen guten Start ins Wochenende,
Ihr
Denis Wolff


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Pressekonferenz der pharmazeutischen Industrie – am Zahn der Zeit in 2020

Die Pressekonferenz spielt eine große Rolle – eine nicht zu unterschätzende Rolle. Neben dem Außendienst-Kontakt besteht über die Fachmedien die Möglichkeit, auf Tuchfühlung mit Verordnern zu treten. Auf charmante Weise – über Medien, die von Dritten publiziert werden.

20 Personen machen einen Ausflug nach Berlin – für 90 Minuten

Hierzu werden Journalisten aus ganz Deutschland an den Ort der Veranstaltung, zum Großteil nach Berlin, eingeladen. Auf den Pressekonferenzen erfahren sie neue Studiendaten, werden über allgemeine Forschungsergebnisse informiert, bekommen neue Leitlinien präsentiert oder welche Fortschritte es in der Therapie gibt. Interessant? Mal so, mal so. Wenn Sie im Endeffekt die selben Informationen kommuniziert bekommen, wie ein Jahr zuvor, dann fragt man sich doch: ist dies die Anreise von zwanzig Redakteuren mit dem Flugzeug wert? Für eine PK über 90min? Eine Veranstaltung, bei der sie in stickigen, nicht klimatisierten Räumen bei 29°C sitzen, dicht an dicht gepresst, unpersönlich und mit einem kaum lesbaren Projektorbild.

Ich bin der Auffassung, dass es durchaus sinnvoll sein kann, sich einmal mit der Frage “Wie sieht eine Pressekonferenz im Jahr 2020 und darüber hinaus in der pharmazeutischen Industrie aus?“, zu beschäftigen. Sicher, das oben beschriebene Bild der PK ist leicht übertrieben, sonst würden Sie ja nicht weiterlesen. Wobei nein, es ist realistisch und genau so bereits mehrmals aufgetreten. Immer wieder die selbe Prozedur, immer und immer wieder die gleichen Abläufe. Da gibt es zwar manchmal einen Patienten, der zu Wort kommen darf und vom Herrn Professor ein paar Fragen vor den Journalisten gestellt bekommt. Aber umhauen tut einen dies auch nicht, auch wenn es hier um Emotionen gehen soll. Nett, aber notwendig?

Die Pressekonferenz ist Ihre Chance – und kein nettes Beiwerk

Pressekonferenzen müssen neuen Schwung erfahren. Nicht mehr mit zwanzig Leuten in den oben beschriebenen Räumlichkeiten und auf die dargestellte Weise. Nein. Hier liegt viel, sehr viel Potenzial. Ein Schatz, der sichtbar ist, aber gehoben werden muss.

Wie das funktioniert und welche besseren Ansätze es gibt, das zeigen Unternehmen aus anderen Branchen – und aus anderen Ländern. Ja, an dieser Stelle lohnt es sich wieder einmal in die USA, genauer gesagt ins Silicon Valley zu schauen. Wissen Sie, wie die PK hier abläuft? Die Veranstaltung für Journalisten mit Mehrwert? Und nein, ich meine nicht die großen Zusammenkünfte wie eine WWDC von Apple. Ich spreche von Events, zu denen auch “nur” zwanzig Leute eingeladen werden, die aber komplett anders ablaufen als die PKs, die wir hier bei uns in der pharmazeutischen Industrie erleben. Was denken Sie, wie laufen diese Pressekonferenzen ab?

Das “Schema F” funktionierte 30 Jahre – doch funktioniert es auch in Zukunft so?

Sicher, die PKs funktionieren noch so, wie wir sie kennen. Zumindest einigermaßen, wenn auch nicht mit “WOW-Effekt”. Wenn ich mir die Pressekonferenzen anschaue, zu denen die Fachredakteure eingeladen werden, so sprenge ich mit meinem Jahren den Altersdurchschnitt der eingeladenen Gäste komplett. Es dauert nicht mehr lange, dann wechseln auch hier die bekannten Gesichter und der eine oder andere Verlagsvertreter im gesetzten Alter nimmt die Reisetätigkeit nicht mehr auf sich. Verständlich.

Also mal Weiterdenken. Nicht mit genau den Leuten zusammenarbeiten, die Sie seit Jahren kennen und die immer die selben Ideen für den Ablauf der PK haben. Auch mal Neues zulassen, Veränderungen überdenken, Wegnisse auf sich nehmen. Auch als Produktmanager im Marketing oder als Referent in der Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit. Überlegen Sie mal, wo Optimierungsbedarf liegen kann, welche neuen Ansätze es gibt und wie Sie sich von der Masse abheben – und ja, das geht auch bei Ihrer nächsten Pressekonferenz. Garantiert. Beratung und neue Ansätze können Gold wert sein. Glauben Sie mir!

Herzliche Grüße aus Bonn, erfolgreiche Überlegungen und einen guten Start in die neue Woche,
Ihr
Denis Wolff


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Produktdemonstration für den pharmazeutischen Vertrieb

Das neue Jahr ist inzwischen bereits in KW 3 angelangt. Unglaublich, wie schnell die vergangenen 14 Tage wieder verflogen sind – finden sie nicht auch? Und bereits letzte Woche waren wir bei einem Dreh für eine multilinguale Produktpräsentation (Deutsch / Englisch). Kurz gesagt: ein pharmazeutisches Produkt, das die kommenden Wochen neu eingeführt wird, wurde filmisch demonstriert. Das Ziel: Die Erklärung der Handhabung für den Vertrieb. 

Wenn die Zeit rast und Produkteinführungen oder neue Zulassungen vor der Tür stehen, kann auch der Außendienst davon profitieren, dass im Video Schritt für Schritt erklärt wird, wie das jeweilige Produkt verwendet wird und wie es medizinischen Fachkreisen am besten präsentiert wird. Im Info-Letter (Newsletter), den die Außendienst-Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen sowieso erhalten, kann das Video direkt eingebunden und so abgerufen werden. Bestehen Fragen zum Produkt, so können diese über die FAQs, die zum Beispiel unter dem Video aufgeführt sind,  nachgeschlagen werden. Und wenn sich hier nicht die richtige Antwort finden lässt, so empfehle ich, auch mal einen einfachen Rückkanal für den Außendienst einzubauen. Mit maximal drei Klicks die Frage an den Innendienst versendet und innerhalb von 24 Stunden eine Antwort erhalten. Und damit die gestalten Fragen nicht doppelt oder dreifach eintrudeln, die Kommentare der Kollegen auf der Microsite untereinander zur Verfügung stellen.

Planen Sie die Videoproduktion detaillierter:

  • Was ist das Ziel des Videos?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Wie soll die Zielgruppe durch das Video erreicht werden?
  • Was muss ich machen, damit die Abbruchquote möglichst gering gehalten wird?
  • Wie gehe ich mit aufkommenden Fragen um? Gibt es FAQs?
  • Kann ich einen Rückkanal integrieren und so dafür sorgen, dass ein Dialog, zum Beispiel zwischen dem Vertrieb und dem Marketing, entsteht?
  • Werden für die Produktdemonstration weitere Grafiken / Animationen benötigt?

Das Video der Produktdemonstration, das wir produziert haben, ist am Ende sechs Minuten lang geworden. Das ist eine Länge, die für die Schulung und den Umgang mit einem Produkt noch gut geeignet ist. Bei zehn Minuten  wird es wieder kritisch, die Abbruchquote ist hier deutlich erhöht. Die Informationen in drei Minuten zu kommunizieren, auch das ist leider in den meisten Fällen ausgeschlossen und nur wirklich sehr schwer realisierbar. Also haben wir geschaut, dass wir den Fokus auf die qualitativ hochwertige Demonstration legen und die Dauer des Videos erst einmal nachgelagert.

Damit wichtige Informationen direkt richtig kommuniziert werden, wurde das Video von der Einheit “Medizin” mitproduziert. Hierdurch werden, Sie werden es schon ahnen, Freigabeschleifen deutlich erleichtert. Ebenso sinnvoll ist es, sowohl eine Person aus dem Produktmanagement, als auch aus der Rechtsabteilung beim Dreh direkt mit dabei zu haben. Und wer den Außendienst mit einbinden möchte, der holt sich direkt noch eine leitende Person aus dem Vertrieb für die Produktion mit an Board. Das Bedarf zwar ein wenig Abstimmung oder einer Person, die das gesamte Projektmanagement übernimmt – das Ergebnis zahlt sich aber umso mehr aus; und noch wichtiger: das fertige Ergebnis wird auch vom Vertrieb wertgeschätzt und genutzt, da es einen wirklichen Mehrwert bietet.

Die Produktdemonstration eignet sich für den pharmazeutischen Vertrieb, wenn:

  • Die Handhabung erklärt werden muss und keine Zeit mehr vor der Produkteinführung ist
  • Eine Produktschulung zeittechnisch nicht mehr möglich ist
  • Der Umgang mit dem Produkt noch einmal zusätzlich aufgezeigt werden soll
  • Es bei der Produktschulung vor Ort Fragen gab und diese nun noch einmal geklärt werden sollen
  • Der Vertrieb darauf vorbereitet werden soll, wie der Verordner das Produkt korrekt anwendet

Ob das Ganze als Erklärvideo, “reales” Video, im Dialog mit einem KOL oder ähnlichem produziert wird, darüber kann natürlich noch weiter diskutiert und die richtige Strategie erarbeitet werden. Wichtig ist in erster Linie, dass der Mehrwert für a) den Vertrieb ersichtlich wird und b) letztlich auch der Verordnen davon profitiert. Denn was bringt der beste Wirkstoff, wenn bereits die Demonstration nicht zu 100% richtig abläuft? Wenn bei Ihrer Jahresauftaktveranstaltung also wichtige Infos untergegangen sind oder Sie im Laufe des Jahres weitere Botschaften kommunizieren möchten, überlegen Sie sich doch einmal, wie dies in Form eines oder mehrerer Videos aussehen kann. Wichtige Botschaften werden hier um etliches besser kommuniziert, als dies über Abbildungen oder niedergeschriebene Textbausteine der Fall ist.

Herzliche Grüße aus Bonn, erfolgreiche Überlegungen und einen guten Start in die neue Woche,
Ihr
Denis Wolff


 

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FachPodcast: Podcasts eigenen sich für Fachkreise

FachPodcast: Wie konsumieren medizinische Fachkreise heute und in Zukunft Nachrichten sowie neue Studien-Inhalte? Wie gelingt dies a) qualitativ hochwertig und b) schnell?

Diese Frage stellten wir uns vergangenes Quartal. Waren es bis vor wenigen Jahren ausschließlich Printmedien, der Außendienst-Kontakt und Kongressbesuche, so spielen die digitalen Inhalte nun auch bei der Gruppe der med. Fachkreise eine signifikante Rolle. Sicher, atemberaubend sind die meisten Klickzahlen in den digitalen Bereichen noch immer nicht. Aber es lässt sich eine Veränderung feststellen. Ärzte werden digitaler!

Eine Herausforderung, vor der jedoch viele Verordner stehen, ist die Zeit. Patientenkontakte, Planungen, Abrechnungen, das Formulieren von diversen Schreiben… und nicht zuletzt auch noch Außendienstbesuche vom Unternehmen 1, 2 und 3. Da bleibt zum Lesen der zahlreichen Artikel, die mehrmals wöchentlich im Briefkasten oder in Newslettern landen, kaum Zeit. Studieninhalte, Nachrichten und neue Erkenntnisse müssen Ärzte auf dem digitalen Weg also leicht konsumierter zur Verfügung gestellt werden.

Der FachPodcast ist im Fachkreis-Marketing von Bedeutung

Wer einen Schritt weiter als seine Mitbewerber geht, wird belohnt werden. Dass dies so ist, sieht man im Optimalfall anhand der KPIs. Auch bei Podcasts wird sich dies mit zunehmender Zeit genau in diese Richtung entwickeln, davon bin ich fest überzeugt. Ob das Wort “Podcast” dabei bestehen bleibt oder ob sich im Umgang mit med. Fachkreisen ein neuer Begriff etablieren wird, sei dahingestellt. Die auditive Aufnahme von Informationen und Wissen ist aber auch für Ärzte von Bedeutung und daher ein durchaus möglicher Schritt im Multichannel-Marketing-Mix. Lassen Sie uns doch an dieser Stelle einfach mal zusammen überlegen: wie könnten Podcasts mit medizinischem Fachinformationen aussehen?

  • Interviews mit KOLs / Experten
  • Vorankündigungen anstehender Symposien / Kongresse
  • Nachberichterstattung über Kongresse und Highlights
  • Diskussionen über Studien-Designs / Erkenntnisse / Folgeschritte
  • Begleitung von Produktneueinführungen
  • Indikationsspezifische Nachrichten für Ärzte
  • Therapieinformationen und Ratschläge für niedergelassene Ärzte
  • Facharzt-Dialoge
  • ….

Podcasts bieten zahlreiche Möglichkeiten, Fachkreise zu erreichen. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten natürlich unter Berücksichtigung des Heilmittelwerbegesetzes. Möglich ist dies nicht nur auf der eigenen Website, die Sie betreiben, sondern auch via Amazon Alexa und Co. Ja, es funktioniert! Es gilt dabei nur von Anfang an dabei zu sein, einen Schritt weiter als die Mitbewerber zu gehen und sich so jetzt und in Zukunft dort zu positionieren, wo bisher noch sehr, sehr viel Potenzial schlummert.


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Medizin- und Gesundheitspodcasts im Pharmamarketing

Podcasts sind 2019 nun endlich auch in der pharmazeutischen Industrie angekommen. Bisher belächelt und in der Planung für das Folgejahr gestrichen, sieht man nun doch ein Umdenken bei den Produktmanagern und Kommunikationsverantwortlichen. Sie haben sich vergangenes Jahr zunehmend mehr damit auseinandergesetzt, was genau ein Podcast ist, welche Formate es gibt, wie die Produktion abläuft, welche Vorteile sich ergeben und wie das auditive Medium in den Marketing-Mix eingebunden werden kann. Denn das spanende Format eignet sich als überaus sinnvolle Ergänzung zum Text- und (Bewegt)Bild-Content.

Fünf Gründe für den Einsatz von Podcasts als unterstützendes Instrument im Marketing-Mix für verschreibungspflichtige Medikamente

  • Während wir das Radio anschalten, um im Hintergrund einfach mal Musik zu hören, entscheiden wir uns beim Zuhören eines Podcasts bewusst und gewillt zu der Handlung
  • Podcasts sind dann interessant, wenn Emotionen transportiert werden sollen, der Interviewpartner aber nicht gefilmt werden möchte
  • Erfahrungen, Ratschläge und Wissen lassen sich auditiv transportieren, ohne dass die Zielgruppe selber lesen “muss”
  • Es findet ein persönlicher Vertrauensaufbau statt und die Zielgruppe kann durch dialogorientiertes Vorgehen besser kennengelernt werden sowie auch interagieren
  • Die Reichweite wird über Ihre produktspezifische Website sowie auf Wunsch über große Plattformen (Apple / Google / Spotify etc.) generiert

>>> Lesen Sie hier, warum Podcasts für das Fachkreismarketing sinnvoll sind

Podcasts eignen sich zur Ansprache von medizinischen Fachkreisen und von Laien. Dass das abonnierbare Medium der richtige Weg ist, zeigt eine Produktionsreihe mit Multiple Sklerose-Betroffenen, die wir seit inzwischen drei Jahren erfolgreich produzieren. Monatlich kommen Patienten zu Wort und berichten über Ihre Diagnose und den Alltag mit der Erkrankung. Experten runden das Bild ab, indem sie Ratschläge geben und in den Gesprächen aus ihrer Sicht berichten.

Der Podcast als Instrument für das Marketing mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx-Arzneimittel)

Durch den Hörbuch-Boom und den Einsatz von Sprachassistenten erlebt „das Hören“ eine wahre Renaissance. Das gesprochene Wort gewinnt an Bedeutung. Inhalte, die der Zielgruppe ausschließlich in Textform zur Verfügung gestellt werden, lassen nach. Was es Neues rund um Podcasts in der Medizin- und Gesundheitsbranche gibt, erzählte ich auch beim “Lunch & Learn” der in Köln ansässigen Agentur Selinka/Schmitz:

Der Podcast sind ein wertvolles Instrument für Ihren Marketing-Mix. Sie können in der Therapie unterstützen, sogar die Therapietreue steigern und mindern Fehlinformationen, die über das Internet in Foren o.ä. verbreitet werden. Fachkreise erhalten wertvolle Informationen über neue Studiendaten, internationale Updates und vieles Weitere. 2020 wird für Unternehmen und Verbände, die bisher keinen Kontakt zu Podcasts hatten, bedeutend sein. Denn die Zielgruppe wird leichter denn je auf Augenhöhe angesprochen. Gerne berate ich Sie mit meinem Team hierzu. Wir begleiten Sie von der Pre-Produktion, über die Produktion, die Postproduktion bis hin zur Distribution auf den relevanten Plattformen. >>> Jetzt Kontakt aufnehmen und weiter informieren

Und damit an dieser Stelle herzliche Grüße aus Bonn, erfolgreiche Überlegungen und einen guten Start ins Wochenende,
Ihr
Denis Wolff


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